Warum diese drei Maße zählen

Der Durchmesser sagt noch nichts über die Passform

Zwei Felgen können beide 18 Zoll haben und trotzdem an völlig unterschiedliche Autos gehören. Entscheidend ist, wie das Rad an der Nabe sitzt: über welchen Lochkreis es verschraubt wird, wie weit es nach außen oder innen steht und ob es sauber zentriert aufliegt.

Diese drei Werte — Lochkreis, Einpresstiefe und Mittenbohrung — machen aus einer schönen Felge ein passendes Rad. Wir gehen sie einzeln durch.

Lochkreis mit dem Messschieber ausmessen

Lochkreis

Anzahl und Abstand der Schrauben

Der Lochkreis wird als Kombination aus Lochzahl und Durchmesser angegeben, zum Beispiel 5×112: fünf Bolzen auf einem gedachten Kreis von 112 Millimetern. Schon zwei Millimeter Abweichung sind zu viel — 5×112 und 5×114,3 sehen fast gleich aus, sind aber nicht kompatibel.

Typische Werte: 5×112 bei Audi, VW, Skoda, Seat und vielen Mercedes-Modellen. 5×120 bei BMW. 5×114,3 bei vielen asiatischen Marken. 4×100 bei Kleinwagen wie Polo oder MINI der frühen Baujahre.

Lochkreis und Mittenbohrung einer Felge messen

Einpresstiefe

Die ET bestimmt, wie weit das Rad heraussteht

Die Einpresstiefe, kurz ET, ist der Abstand zwischen der Anlagefläche des Rades und seiner Mittelebene — angegeben in Millimetern und oft direkt auf der Radrückseite eingeprägt.

Eine höhere ET zieht das Rad weiter nach innen Richtung Federbein, eine niedrigere ET schiebt es nach außen zum Kotflügel. Wenige Millimeter sind meist unkritisch, größere Abweichungen führen zu Schleifen an Bremse oder Radlauf und verändern die Radlast. Bleib deshalb möglichst im freigegebenen Bereich.

Zentrierring wird in die Mittenbohrung eingesetzt

Mittenbohrung

Sie trägt das Gewicht, nicht die Schrauben

Bei einer zentrischen Verschraubung liegt das Rad mit seiner Mittenbohrung auf dem Nabenzentrierbund auf. Die Radschrauben halten es fest, tragen aber nicht die Last. Ist die Bohrung zu klein, passt das Rad gar nicht erst. Ist sie zu groß, fehlt die Zentrierung — und das Rad läuft unruhig.

Für den zweiten Fall gibt es Zentrierringe aus Kunststoff oder Aluminium, die den Unterschied exakt ausgleichen. Das ist eine völlig übliche und zulässige Lösung; passende Ringe legen wir jedem Radsatz bei, bei dem sie nötig sind.

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    Auf der Radrückseite

    ET und oft auch der Lochkreis sind in die Felge eingeprägt oder eingegossen.

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    In den Fahrzeugpapieren

    Ziffer 15.1 und 15.2 nennen die für dein Fahrzeug freigegebenen Kombinationen.

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    Mit dem Messschieber

    Lochkreis und Mittenbohrung lassen sich in zwei Minuten selbst nachmessen.

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    Oder du fragst uns

    Schick uns ein Foto der Radrückseite — wir lesen die Werte für dich aus.

    Fragen und Antworten

    Häufige Fragen zu ET, Lochkreis und Mittenbohrung

    Passt 5×112 auch auf 5×114,3?

    Nein. Der Unterschied von 2,3 Millimetern klingt nach wenig, sorgt aber dafür, dass die Schrauben nicht mehr mittig in den Bohrungen sitzen. Adapterlösungen gibt es, sie brauchen aber eine eigene Zulassung und sind für den Alltag selten sinnvoll.

    Wie viel ET-Abweichung ist unbedenklich?

    Als grobe Orientierung gelten wenige Millimeter als unkritisch, solange die Kombination freigegeben ist. Verbindlich ist immer das, was für dein Fahrzeug eingetragen oder über ein Gutachten zulässig ist. Bei größeren Abweichungen ändern sich Spurweite, Lenkrollradius und Radlagerbelastung spürbar.

    Was ist der Unterschied zwischen Kegelbund und Kugelbund?

    Das beschreibt die Form des Schraubenkopfes, der in der Felge aufliegt: kegelförmig, meist mit 60 Grad, oder kugelförmig. Beide dürfen nicht verwechselt werden, weil sonst die Auflagefläche fehlt und sich die Verbindung lösen kann. Passende Schrauben gehören bei uns zum Lieferumfang, wenn sie von den serienmäßigen abweichen.

    Brauche ich immer Zentrierringe?

    Nur, wenn die Mittenbohrung der Felge größer ist als der Zentrierbund deiner Nabe. Bei Originalfelgen desselben Herstellers ist das oft nicht nötig. Wir prüfen das vor dem Versand und legen die passenden Ringe bei, falls sie gebraucht werden.

    Wo finde ich die Teilenummer der Felge?

    Meist auf der Innenseite eines Speichenübergangs oder auf der Rückseite des Felgensterns, oft zusammen mit Größe, ET und einem Gussdatum. Wenn du sie uns durchgibst, können wir die Felge eindeutig einem Fahrzeugmodell zuordnen.

    Anbaumaße unklar?

    Schick uns ein Foto — wir lesen die Werte aus

    Ein Bild von der Rückseite deiner aktuellen Felge oder von der Zulassungsbescheinigung reicht uns. Wir sagen dir, welcher Lochkreis, welche ET und welche Mittenbohrung dein Fahrzeug braucht — und welche unserer Radsätze dazu passen.